Ich gebe es hiermit zu. Ich bin süchtig. Süchtig nach Facebook. Nach Likes. Nach Anerkennung. Nach Ruhm. Nach Reichweite. Nach Macht und Einfluss. Nach Geld. Nach Süßigkeiten. Nach Sandstränden und Meer. Nach asiatischen Frauen. Nach Abenteuern.

1672 Facebook-“Freunde”. Das war eine lange Zeit die Zahl, die mich begrüßte, sobald ich – wie wohl 1,4 Milliarden andere Nutzer – mich im sozialen Netzwerk Facebook einloggte und meine Timeline aufrief. Heute sind es 354 weniger. Erfahre hier warum ich es für sinnvoll erachte in einem regelmäßigen “Frühjahrsputz”, die social-media Freundesliste zu entmisten.

1672. Eine Zahl auf die ich lange Zeit mächtig stolz gewesen bin. Bis mir klar wurde, dass ich die meisten gar nicht kannte. Und bis ich vor 1 1/2 Jahren irgendwie in ein Vertriebsnetz geraten bin in dem Facebooker eine Software nutzen um Freundeslisten abzugrasen und jeden befreunden, der nicht bei 3 auf der Braumkrone ist.

Leicht zu erkennen daran, dass dies meiste Menschen im Alter zwischen 30 und 65+ sind, die Null Komma Null Plan von Facebook haben und direkt nach der Bestätigung der Anfrage, oftmals automatisiert auf die Timeline posten “Danke für deine Freundschaft”.

Oft mals automatisiert durch irgendeine Software.

Doch wie kam es eigentlich zu 1672 Facebook-“Freunden”?

Lass mich ein bisschen weiter ausholen.

Und reisen wir dazu ein bisschen zurück in der Zeit… sagen wir so ins Jahr 2002/2003. Damals war ich gerade in der 6. Klasse. Soziale Medien in der heutigen Form gab es noch gar nicht. Und in meinem Elternhaus hatten wir noch einen alten 56k-Modem Internetanschluss von AOL.

“Sie haben Post!”

(Wer erinnert sich? hehe 🙂 )

Damals heiß beliebt waren die alten AOL Foren über die man sich austauschte.

Einige weitere folgten und das erste soziale Netzwerk in dem ich wirklich als kleiner 11 jährige Junge damals aktiv war, war der “Tivi-Treff” vom ZDF.

Das waren noch Zeiten.

Als man 10 Minuten warten musste, bis sich die Seite aktualisiert, damit man sieht ob man eine neue Nachricht hat.

Dann kam das Jahr 2003 und mit ihm das Peer-to-Peer Chat Programm ICQ.

Und ich war in unserer damaligen Klasse zu jenem Zeitpunkt nicht nur Klassensprecher, sondern gehörte auch zu den 3 Personen unserer Klassengemeinschaft, die ICQ benutzen. Zum regelmäßigen Austausch von Lösungen der Hausaufgaben. Und so.

Wir waren Kinder.

Und wir lebten im Saarland. Und im Saarland kam dann zwischen 2003 und 2004 zu erst…

Gesichterparty

Yeahj, das war Facebook, lange bevor es Facebook gab. Man hatte ein Gästebuch, konnte Bilder hochladen, konnte sehen, welche Freunde auf welche nächste Party gingen und es gab Foren.

Schulforen, Partyforen. Bilderforen. Für jedes erdenkliche Thema der Welt ein Forum.

Kurze Zeit später dann…

Wer-kennt-Wen (WKW)

Das Social Media Portal von der RTL Gruppe.

Kurz darauf bzw. parallel…

Schueler- bzw. StudiVZ

Und damit sind wir schon weit voran geschritten in der Zeit um 2008. Eine Zeit in der ich grade frisch vor einem Jahr die Schule gewechselt hatte.

Vom Jungs-Überschüssigen Naturwissenschaftlichen Gymnasium zum Wirtschafts-Wissenschaftlich-Frauenüberschüssigen Gymnasium.

Und dann war es so weit.

2009 trat ich Facebook bei.

Und wer waren meine ersten Freunde?

Richtig: Leute aus meiner Stufe, Verwandtschaft, Freunde, Bekannte aus dem Urlaub.

Und By The Way, das hier war mein 2. Status Update:

Dann fing es an sich fortzusetzen. Es kamen schnell Bekanntschaften aus anderen Internetforen hinzu. Damals hielt ich mich einen  großen Teil meines Tages in irgendwelchen Foren über Themen wie Pick Up, Verführung und Persönlichkeitsentwicklung auf. Und da in der Szene fast jeder jeden kennt, wurden das von Woche zu Woche mehr und mehr.

Hinzu kommt, dass ich ein sehr Kontaktfreudiger Mensch bin und manchmal in kurzer Zeit sehr viele Menschen kennen lerne. Egal ob auf Partys, Veranstaltungen, Events, etc.

Dann kam 2010 und mein Abitur. Und anschließend circa 12 Monate als Seminartourist auf sämtlichen bekannten deutschen Workshops

Von Heiko Häusler über den NLP Practicioner bei Julian Wolf, Tom Krause und Eva Thiel, 2 Hypnose spezifischen Ausbildungen in Köln und Karlsruhe beim Thermedius Institut, einer 14-tägigen Intensiv-Ausbildung im High Performance Coaching nach Michael Breene bei Andreas Lehan, sehr intensiven Workshop Wochenenden (FAMP und RAMP) bei Orlando Owen. Sämtlichen Konferenzen und Vorträgen von den unterschiedlichsten Speakern.

Hier auf der Real Men Conference 2009 in Aachen mit dem amerikanischen Charisma Trainer Dharam:

Und natürlich lernt man dabei extrem viele interessante und coole Menschen kennen.

Dann fing ich an zu bloggen.

Das war so zwischen 2010 und 2011. Und da natürlich immer überall sämtliche soziale Netzwerkprofile verknüpft sind, kamen bald die ersten “Freundschafts-Anfragen” von Menschen, deren Gesicht ich noch nie gesehen hatte.

Dann entwickelte Facebook das Gruppen Feature.

Und weil ich in ein paar berufs- und Hobbyspezifischen Gruppen sehr aktiv war, kamen auch von dort mit der Zeit immer mehr Anfragen von Menschen, die ich noch nie kannte.

Und ja ich gebe es zu: Auch ich habe mal eine zeitlang MLM und Networkmarketing gemacht

Und zwar sehr intensiv. Über 2-3 Monate hinweg haben wir im Sommer 2013 fast jeden (oder jeden zweiten) Tag mit einer kleinen Gruppe wahlweise am Berliner Alexander Platz oder am nobleren Kufürsten Damm… Menschen angesprochen, die grade frisch aus einem Porsche ausgestiegen sind, um sie zu fragen, ob sie nicht Interesse daran hätten NOCH MEHR GELD zu verdienen.

Die Eier musst du erst mal haben!

Kein Scherz by the way. Und natürlich verlief das mal weniger und mal mehr erfolgreich.

Und dann hab ich Mist gebaut.

Ich gebs zu. Ich bin ja selbst an allem Schuld.

Folgendes:

Du kennst ja mit Sicherheit diese Facebook Funktion bei der Facebook dir neue Freunde vorschlägt. Und es gab im Herbst 2013 eine Zeit in der ich genau das exkzessiv gemacht habe: Jedes einzelne Gesicht das Facebook mir vorschlug fragte ich nach “Freundschaft” an.

Natürlich geriet ich dadurch schnell in sogenannte “Roadblocks”, so dass ich mich von neuem in mein Profil einloggen musste und bestimmte Freunde an ihren Gesichtern erkennen sollte.

Das ging sogar soweit, dass Facebook mir die Funktion, neue Freundschaftsanfragen zu stellen, für 7 Tage blockierte.

Ende 2013 startete ich meine Weltreise und ließ meinen alten Sony Vaio Laptop erst mal in Deutschland.

Kein Laptop.

Kein Facebook.

Kein sinnloses rumhängen vor irgendeinem Bildschirm.

Denkste.

Na, aber immerhin für die ersten 5 Tage nicht.

Danach folgte ein Selfie vom Bungalow Pool in Patong.

 

Und die Sucht war wieder da.

 

Da ich jedoch in den folgenden Wochen viel zu sehr damit beschäftigt war, meinen Tagelöhner Jobs in Australien nach zu gehen, hielt es sich in grenzen und ich gewöhnte mir auch generell in seit der Zeit im Sommer 2013 viele Sucht-Verhaltensweisen, die ich heute täglich bei rund 98% der Freunde aus meiner Generation beobachte ab.

Einer meiner wichtigsten Werte – neben Loyalität – wenn es um Freundschaft geht, ist gegenseitiger Respekt.

Und ich halte es für Respektlos gemeinsam mit Freunden in einem Restaurant zu sitzen oder unterwegs zu sein und anstatt, dass es zu richtigen Konversationen und Gesprächen im echten Leben kommt, hängen alle nur vor ihrem Smartphone.

Aber das nur am Rande, denn du beschäftigst dich ja nach nun fast 1105 Wörtern immer noch mit der Frage…

Warum Ich Nun Vor Rund 2 Wochen Über 354 Meiner Facebook-Freunde Gelöscht Habe

Und die Antwort ist sowohl einfach. Als auch komplex.

Relevanz, Reichweite und das Mysterium des sagen-umwobenen Facebook Algorithmus…

Zum einen liegt es mir natürlich am Herzen, wenn ich mit dem was ich poste, auch irgendjemanden erreiche.

Egal ob es um Politik, Klatsch und Tratsch oder das Neueste aus dem Leben des Jonas Alexander geht.

Fakt ist man verliert sich doch mit der Zeit mit vielen Menschen wieder aus den Augen.

Fakt ist: Viele meiner Facebok-“freunde” habe ich noch nie persönlich getroffen oder kennen gelernt.

Warum sollten sich jene also für mich oder für das was ich poste, interessieren?

Wenn es bei Facebook um Reichweite im Newsfeed geht, spielt Relevanz DIE Rolle überhaupt. Nach den neueste Kriterien des mysteriösen Facebook-Newsfeed-Algorhytmus spielen da ja hauptsächlich auch solche Dinge mit ein wie, wie lange sich jemand mit dem Inhalt deines Posts beschäftigt und beispielsweise das Video schaut, dass du gepostet hast; über das Bild lacht oder weint, dass du grade geteilt hast; sich auf der Website aufhält, die du gepostet hast. Oder die Kommentare liest, über die Diskussion, die du angestoßen hast.

Privatsphäre & Datenschutz

Ich finde es ja immer wieder witzig, wie viele “Stille Mitleser” meine Posts, doch immer wieder haben. Das habe ich insbesondere festgestellt, als ich im Oktober 2014 wieder für ein paar Wochen in Deutschland gewesen bin. Aber auch schon zuvor, in der Zeit als ich noch in Berlin lebt und immer mal wieder alle paar Monate, meine alte Heimat besuchte.

Eine ganz typische Nachricht, die ich bekomme oder auch Satz, den ich in dann nur in privaten Gesprächen höre lautet:

“Hey Jonas, ich folge deinen Beiträgen schon seit langer Zeit ohne mich je zu beteiligen im Hintergrund und würde da gerne mal gezielt von dir im speziellen wissen, wie….”.

Du bist dir eben doch manches mal öfter als gedacht nicht bewusst, WER alles mitliest.

Auch hier auf dieser Seite weiß ich lediglich wie viele Menschen sie monatlich aufrufen (zur Zeit so um die 10.000), nciht jedoch WER GENAU hier mitliest

Ich stalker, ich.

Und deswegen habe ich mich or ein paar Wochen entschieden, mich auch von jenen zu verabschieden, die mit den gröbsten Teilen meines Privatlebens nichts zu tun haben sollten, auf Facebook wortlos zu verabschieden.

Ich nutze ohnehin seit rund einem Jahr sehr exkzessiv die Privatsphären Funktionen beim teilen von Posts, habe meine “Freunde” in ca. 30 Unterlisten verteilt und entscheide bei jedem Teilen sehr genau, manchmal sogar auf einzelne Personen genau, wer was zu sehen bekommt und wer was nicht.

Was das und auch vieles weitere angeht, ist Facebook einfach grandios.

Hater

Was ‘Hater’  und jene, die nichts anderes zu tun haben, als ständig alles zu kritisieren, angeht, habe ich keine Gnade. 2 Klicks und dein Persönlichkeitsverletzender Kommentar ist weg. ich hab  seit 2010 einfach kein Bock mehr drauf, jeden Kritiker, Wort für Wort auseinander zu nehmen und jenen, deren Gehirn nach 2 Wochen wieder all meine Argumente vergessen hat, immer wieder auf die Sprünge zu helfen.

Nerv. Generation extrem Doof.

(Da könnte ich aus unserer Kundensupportabteilung ein Lied von singen. Es gibt viele stark technisch unaffine Menschen. Belassen wir es bei diesem Satz.)

Zurück zu den Hatern (auch was Youtube angeht). Hater fliegen bei mir. 4 Klicks.

Das nennt sich Jonaskratur.

Du kannst mich dafür hassen oder du kannst mich dafür lieben.

Ist seit Jahren teil meines Social Media Grundregelwerks.

Spammer und Vertriebler

Es gibt coole und es gibt uncoole Verkäufer. Und ich bin durch jene Aktionen aus 2013 leider irgendwie in eine ganze Vertriebsnetzwerk-Horde geraten.

Gibt da wohl in Deutschland mehrere App oder Programme, die jene “Add as a friend” Funktionen, automatisiertes Posten etc. ins unendliche treiben.

Mag sein, das viele die dies nutzen auch Erfolg damit haben, aber es geht mir hart zu wider und zwar soweit, dass ich manchmal kotzen könnte.

Das sind diese Leute, die von sozialen Medien nicht den blassesten Schimmer haben, und dann direkt nach dem Akzeptieren der “Freundschafts”-Anfrage ihren MLM-Scheiß, den Link zu ihrer Webseite oder sonst irgendeinen Gruß oder eine Werbung posten.

Und jene waren der Großteil derer, die bei meiner Ent-Freundungs-Aktion geflogen sind.

Meine 2 Hauptkriterien beim Durchgehen von ca. 1671 “Freunden” waren:

1. Kenne ich dieses Gesicht

2. Möchte ich mit jener Person wirklich Teile meines Privatlebens teilen

3. Mag ich diese Person überhaupt auch nur Ansatzweise?

Die 3 Fragen NICHT bestanden, haben 354 Personen. 1319 sind immer noch mit dabei.

Und jetzt interessiert mich brennend:

Was hältst du davon? Ist so ein Frühjahrs-Freundesputz eine gute Sache? Nach welchen Kriterien entfreundest oder blockierst du deine Facebook-“freunde”? Lass es mich in einem Kommentar unter diesem Artikel wissen! 🙂

“MANN ENTFROSTEN – WIE DU SEIN HERZ ZUM GLÜHEN BRINGST  UND IHN DAUERHAFT AN DICH BINDEST

Lerne…

  • Warum du ein WhatsApp Ritual in dein Schreibverhalten integrieren solltest, damit er nicht von dir genervt ist
  • Was du tun kannst, damit er jeden Tag an dich denkt und damit beginnt sich in dich zu verlieben
  • Wie es eine gestandene Frau geschafft hat, die Luft zwischen uns wieder zum Knistern zu bringen, obwohl sie aus meiner Sicht eigentlich längst raus war

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Klicke hier um dir das erste von insgesamt 3 Videos der “Mann Entfrosten” Videotrainingsserie kostenlos anzuschauen

 


Jonas Alexander
Jonas Alexander

ist Gründer und Geschäftsführer des Magnetic Charisma Ltd. Verlags und der britischen Naturkosmetik Marke Natural Charisma®. Bis zu seinem 22. Lebensjahr wuchs er in Deutschland auf; verbrachte seine Kindheit fernab der Stadt in einem kleinen Süd-West deutschen Dorf; lebte fast 2 Jahre in Berlin und verließ Deutschland anschließend voll und ganz. So zog er 5 Monate lang durch West Australiens Wüste und Dschungel; arbeitete sich dort hoch als ‚cashier & kitchenhand’ bis hin zum hochbezahlten Stahlschweißer, um bei 45 Grad Celsius bei einem renommierten Stahlunternehmen Zugwaggons und Rohre in Kleinteile zu schneiden. Im Frühjahr 2014 setzte er sich unter 200 internationalen Bewerbern als Business Administrator für ein deutsch-amerikanisches Online Unternehmen durch, stieg innerhalb von 2 Monaten zum Business Manager auf; schmiss dann jedoch auf einer kleinen thailändischen Insel auch diesen Job und gründete Magnetic Charisma. Seither erschienen unter seiner Feder eine ganze Reihe an Flirtratgebern für Frauen – darunter „Mann Verzaubern“, „Mann Entfrosten“, „Der Beziehungs-Transformator“, „Liebesgöttin“, „Bedingungslos Lieben“, „Weibliches Charisma“, „Das große WhatsApp Regelwerk“ und viele weitere, die sich seither unter einer stets wachsenden Leserinnenschar verbreiten.